Mietrendite berechnen
Brutto- oder Nettomietrendite: Beide Kennzahlen zeigen, wie sich eine vermietete Immobilie im Verhältnis zum Kaufpreis rentiert, nur mit unterschiedlicher Genauigkeit. Formel, Rechenbeispiel und der Bezug zum Liegenschaftszins im Ertragswertverfahren finden Sie hier. Den Wert Ihrer Immobilie schätzen Sie rechts kostenlos ein.
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Bruttomietrendite und Nettomietrendite
Die Mietrendite setzt die jährliche Mieteinnahme einer Immobilie ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Sie ist eine der ersten Kennzahlen, mit denen sich vermietete Immobilien grob vergleichen lassen, sagt für sich allein aber noch nichts über die tatsächliche Rendite nach Kosten aus.
- Bruttomietrendite: Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis, mal 100. Schnell berechnet, aber ungenau, da Kosten fehlen.
- Nettomietrendite: Jahreskaltmiete minus Bewirtschaftungskosten, geteilt durch Kaufpreis plus Kaufnebenkosten, mal 100. Deutlich aussagekräftiger, weil sie Nebenkosten und laufende Kosten einbezieht.
Zu den Kaufnebenkosten zählen die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls die Maklerprovision. Zu den Bewirtschaftungskosten zählen unter anderem Verwaltung, Instandhaltungsrücklage, Mietausfallwagnis und nicht umlagefähige Betriebskosten.
Mietrendite Schritt für Schritt
Ein Beispiel für eine vermietete Eigentumswohnung, Kaufpreis 300.000 Euro, Kaltmiete 1.000 Euro monatlich:
| Größe | Wert | Berechnung |
|---|---|---|
| Jahreskaltmiete | 12.000 Euro | 1.000 Euro mal 12 Monate |
| Bruttomietrendite | 4,0 Prozent | 12.000 geteilt durch 300.000 |
| Kaufnebenkosten (beispielhaft 10 Prozent) | 30.000 Euro | Grunderwerbsteuer, Notar, Makler |
| Bewirtschaftungskosten (beispielhaft 15 Prozent der Miete) | 1.800 Euro | Verwaltung, Rücklage, Mietausfallwagnis |
| Nettomietrendite | 3,1 Prozent | 10.200 geteilt durch 330.000 |
Die Prozentsätze für Kaufnebenkosten und Bewirtschaftungskosten in diesem Beispiel sind beispielhaft gewählt und können je nach Bundesland, Objekt und Verwaltung deutlich abweichen. Angaben Stand 2026.
Mietrendite ist nicht der Liegenschaftszins
Beide Kennzahlen setzen Miete und Kaufpreis ins Verhältnis, meinen aber nicht dasselbe.
- Die Mietrendite ist eine individuelle Kennzahl für ein konkretes Objekt und einen konkreten Kaufpreis.
- Der Liegenschaftszinssatz wird vom Gutachterausschuss aus vielen tatsächlichen Kaufpreisen und Erträgen einer Lage abgeleitet (§ 21 Abs. 2 ImmoWertV).
- Im Ertragswertverfahren bestimmt der Liegenschaftszins zusammen mit der Restnutzungsdauer den Barwertfaktor, mit dem der Reinertrag kapitalisiert wird.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
Wer die eigene Mietrendite direkt mit einem irgendwo gelesenen Liegenschaftszinssatz vergleicht, vergleicht oft Äpfel mit Birnen: unterschiedliche Berechnungsgrundlagen, unterschiedliche Kostenannahmen, unterschiedliche Datenbasis. Ein Vergleich mit dem tatsächlichen, für die Lage veröffentlichten Liegenschaftszinssatz des örtlichen Gutachterausschusses liefert einen belastbareren Anhaltspunkt.
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